
Ein schönes, treffendes Bild: Da wurde dann ja auch nicht geflucht und geduzt und gezetert an der Grenze zur Strafbarkeit. Nein, anständige Menschen pflegten seit Höhlenzeiten stets Umgangsformen, die das Zusammenleben größerer Gruppen erst ermöglichten.
Sowas, hatte in einem Interview mit der "Welt" kürzlich auch Ilse Aigner, Ministerin für Verbraucher, Landwirtschaft und zunehmend auch Internet, gefordert, brauche auch eben dieses Web, diese moderne Höhle: "Einen Ehrenkodex, eine Art Knigge für das Internet, zehn goldene Regeln - kurz, knapp und klar."
Was nicht ganz geklappt hat, obwohl der Knigge-Rat die ministerielle Steilvorlage natürlich gern aufnahm: Am Ende kamen zwar zehn Gebote dabei heraus, die aber mussten noch durch zwei Zusatz-Regeln für das Geschäftsleben ergänzt werden. Das ist immerhin deutlich konziser, wenn auch weniger umfassend als die 101 Leitlinien für die digitale Welt, die die Creation Centers der Telekom Laboratories Ende Juni vorstellten. Die enthalten dann aber auch wirklich nützliche Kleinodien wie "Nur R2D2 darf eine Beziehung digital beenden".
Und so liest sich das beim deutschen Knigge-Rat:
1. Wählen Sie Ihre favorisierten Netzwerke sorgsam aus.
2. Bleiben Sie authentisch.
3. Meiden Sie plumpe Vertraulichkeiten.
4. Lehnen Sie unerwünschte Anfragen ab.
5. Belästigen Sie Ihre Kontakte nicht.
6. Bleiben Sie freundlich.
7. Reagieren Sie humorvoll.
8. Halten Sie den Dialog lebendig.
9. Behalten Sie den Weitblick.
10. Schließen Sie trolle aus.
Mit Anmerkungen und Erläuterungen hier nachzulesen.
Infos von Spiegel online - Nachrichten.